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04.01.2020

Probleme im Gesundheitswesen -
Silvesterbesuch im Rotkreuzheim


Dieses Jahr führte der traditionelle Silvesterbesuch die SPD Waldsassen ins BRK-Heim.
Dort begrüßte Stadtrat und BRK-Bereitschaftsleiter Helmut Zeitler BRK-Kreisgeschäftsführer Holger Schedl, die Dienststellenleiter der Rettungswache Raimund Köstler und Magnus Zimmermann, den Leiter des Rettungsdienstes Klaus Dvorak, Dr. Wolfgang Fortelny, Notärztin Magdalena Jankova und mehrere ehrenamtliche Helfer vor Ort (HVO).
Zeitler erklärte, dass das BRK in Waldsassen im Bereich der Sozial – und Seniorenarbeit, der Unterstützungsgruppe Rettungswesen, Im Fachdienst Sanitätsdienst des Katastrophenschutzes und im HVO Dienst tätig sei. Der HVO wäre allein im Monat Dezember 42mal alarmiert worden (über 300mal im Jahr 2019).


Kreisgeschäftsführer Holger Schedl bedankte sich ausdrücklich bei den ehrenamtlichen HVO, die oft relativ unspektakulär im alltäglichen, aber sehr hilfreichen Einsatz für die Menschen seien. Er betonte, dass entgegen mancher Vorwürfe das BRK sich nicht aus Waldsassen zurückgezogen habe. Vielmehr seit das BRK nach Wegfall eines Rettungswagens in den Bereichen des HVO, einer Unterstützungsgruppe Rettungswesen und im Katastrophenschutz tätig. Das BRK habe sich immer für Waldsassen eingesetzt.


Danach wurde die Gelegenheit genutzt, mit den anwesenden Vertretern aus dem Gesundheitsbereich gemeinsam Problemfelder anzusprechen.


Raimund Köstler wies darauf hin, dass inzwischen 2/3 der Arbeitszeit (12 Std. Schichten) im Auto verbracht wird.


Stadtrat Robert Christ war schockiert von Pressemeldungen über den Pflegekollaps und über freie Plätze in Kinderkliniken, die aufgrund fehlender Mitarbeiter nicht belegt werden könnten. Diesbezüglich berichtete Holger Schedl von einer Stellenanzeige im „Neuen Tag", auf die das BRK keine einzige Bewerbung erhalten habe. Pflegeberufe bedürften nicht nur einer finanziellen, sondern auch einer gesellschaftlichen Anerkennung, um trotz ungünstiger Arbeitszeiten und Rahmenbedingungen wieder als attraktiver Arbeitsplatz zu gelten.
Stadtrat Robert Christ und Fraktionssprecherin Monika Gerl betonten, dass staatliche Aufgaben im Gesundheits- und Sicherheitsbereich nicht nur auf ehrenamtliche Helfer abgewälzt werden dürfen. Beide bedankten sich ausdrücklich bei den Ehrenamtlichen für ihren HVO Dienst. Den Menschen vor Ort muss im Notfall geholfen werden.
Dr. med. W. Fortelny berichtete über den Notarztstandort Waldsassen. „Es wird immer schwieriger, den Notarzt rund um die Uhr zu besetzen. Waldsassen ist in der glücklichen Lage, auf externe Notärzte zurückzugreifen und somit den Dienstplan komplett zu füllen im Gegensatz zum Standort Tirschenreuth. Durch den Wegfall der Akutmedizin in Waldsassen müssen Notärzte Patienten in weiter entfernte Kliniken transportieren und somit längere Einsatzzeiten in Kauf nehmen. Dadurch ist der Notarztstandort Waldsassen in dieser Zeit ohne Notarzt.", so Dr. Fortelny. Er freute sich über die Notärztin Frau Dr. Magdalena Jancova, die bis zu 6 mal 24-Stunden-Schichten übernimmt, was erst nach dreijährigem Kampf um die Zulassung bei zunehmender Bürokratie in verschieden Verwaltungen gelang.
Bezüglich der katastrophalen Situation der Kliniken AG wollte sich Herr Dr. Fortelny nicht äußern. Er könne sich jedoch den Äußerungen von Herrn Professor Dietl und dessen Meinung im „Neuen Tag" vom 23. 12.2019.
Auch Probleme bei der Aufnahme von Patienten / Patientinnen in Krankenhäuser wurden angesprochen.
Zum Abschluss überreichte Monika Gerl als Sprecherin der SPD-Stadtratsfraktion dem BRK eine Geldspende in Höhe von 200 EUR. Regelmäßig spendet die SPD-Stadtratsfraktion für sinnvolle Zwecke einen Teil ihres Sitzungsgeldes, gegen dessen Erhöhung sie in dieser Legislaturperiode gestimmt hatte.


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